Divergentes bzw. laterales Denken
Mit Kreativität verbinden wir ungewöhnliche und unbekannte Ideen,
Gedanken und Lösungen. Die Wahrscheinlichkeit für kreative Einfälle kann
erhöht werden, indem gewohnte Denkpfade verlassen und mentale Schranken
überwunden werden.
Divergentes und konvergentes Denken
Für diese Art des Denkens prägte Joy Paul Guilford den Begriff
"divergentes Denken". Divergentes Denken bedeutet, sich offen,
unsystematisch und experimentierfreudig mit einem Thema oder Problem zu
beschäftigen. Das divergente Denken ist das Gegenstück zum konvergenten
Denken. Konvergentes Denken beschreibt das gewöhnliche, lineare, streng
rational-logische Denken.
Laterales und vertikales Denken
Eine sehr ähnliche Unterscheidung von kreativem und konventionellem
Denkstil macht Edward de Bono. Er gilt als Urheber des Begriffs
"laterales Denken". Laterales Denken steht ebenso wie divergentes Denken
für offenes, spielerisches Denken über ein Thema. Das Gegenstück ist
vertikales Denken und lehnt sich stark am Begriff des konvergenten
Denkens an. Da beide Begriffspaare von Guilford und de Bono sich stark
ähneln, werden sie häufig gleichbedeutend verwendet.
Denkstile im kreativen Prozess
Im kreativen Prozess spielen sowohl divergentes Denken als auch
konvergentes Denken eine Rolle. Kreativitätstechniken und
Kreativitätsprozessmodelle versuchen, durch Berücksichtigung beider
Denkstile neue, kreative aber auch umsetzbare Ideen zu fördern.
Divergentes und konvergentes Denken sind komplementär: sie ergänzen
sich, können aber nicht gleichzeitig ausgeführt werden.
Wie ist es denn
heute um die Kreativität in der Arbeitswelt bestimmt? In unserer modernen
Welt scheint es, als ob vor lauter Effizienzdenken oft wenig Platz für
die Kreativität Einzelner bleibt. Obwohl Innovationen doch angeblich
heiß begehrt sind! Dass nur wenige kreativ am Arbeitsplatz sein können,
belegt eine Studie des Kreativitäts-Instituts IQudo von 2010 unter rund
500 Arbeitnehmern in Deutschland: Nur 6,4 Prozent können in ihrem
Unternehmen kreativ sein! Als Grund nannten die Befragten an erster
Stelle Stress. Jeder Siebte gab auch an, dass die Unternehmensführung
Kreativität gar nicht wünsche. Eine weitere Erkenntnis der Studie: Die
meisten Menschen kommen außerhalb der Arbeit auf Ideen: in der
Badewanne, beim Duschen, oder in Bewegung - beim Joggen und
Spazierengehen.
Kreativitätsmethoden – helfen sie?
Immer mehr Studien kommen zu der Erkenntnis, dass Menschen alleine
auf bessere Gedanken und Ideen kommen als in der Gemeinschaft. Dennoch
sind Methoden wie das Brainstorming, das Alex Osborn vor rund fünfzig
Jahren erfunden hat, weit verbreitete Methoden in den meisten
Unternehmen. Es handelt sich meist um sogenannte "intuitive Methoden",
denn sie sollen das Unterbewusste aktivieren und möglichst viele Ideen
in kurzer Zeit generieren.
Diese Methoden reichen aber sicherlich nicht aus, um die Kreativität
jedes Mitarbeiters fest in die Arbeitsplanungen und -Prozesse
einzubringen und das Potential für Innovationen zu generieren. Methoden
wie die "Scrum"-Methode (aus dem engl. "Gedränge") sind hierfür
wirksamere Mittel.
Quelle und vollständiger Aritkel:
http://www.br.de/fernsehen/br-alpha/sendungen/alpha-campus/doku/kreativitaet-102.html
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